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Donnerstag, 24. Juli 2014
Biologische Ursachen von Transsexualität
Hallo Leute :)
Das Homosexualität in der Tierwelt vorkommt und es selten auch Menschen mit nicht eindeutigen Geschlechtsmerkmalen gibt ("Hermaphroditen" / Intersexuelle) weiß inzwischen wohl Jeder. Doch bei Transsexualität denken immer noch die meisten Menschen, es sei ein Lifestyle und man entscheide sich dafür.
Ich kann jedenfalls sagen, dass dem nicht so ist. Ich hatte nur die Wahl diesen Weg zu gehen, oder mein Leben zu beenden. Doch wie kommt es dazu? Ist es sozialisiert, oder gibt es eine biologische Grundlage für Transsexualität?
Inzwischen gibt es mehr als nur Hinweise. Zahlreiche Studien zeigen bedeutende Unterschiede zwischen transsexuellen Menschen und jenen, die dem ursprünglichem Phänotyp entsprechen (sprich zwischen transsexuellen Frauen und Männern bzw zwischen transsexuellen Männern und Frauen) und tendenziell starke Gemeinsamkeiten mit dem angestrebtem Phänotyp.
Zuerst sei das Längenverhältnis von Ring-, und Zeigefinger genannt.. Bei Männern überragt für gewöhnlich der Ringfinger den Zeigefinger. Bei Frauen ist der Zeigefinger länger als ihr Ringfinger oder beide sind gleich lang. Bei transsexuellen Frauen ist das Verhältnis meistens weiblich, trotz der durchlaufenden männlichen Pubertät. Meine Finger sind zum Beispiel gleich lang.
Transsexualität ist auch genetisch verankert: So kann man an eineiigen Zwillingen auch hier gut forschen. War ein Zwilling transsexuell, so zeigte in 62 % der Fälle auch der Zweite ein geschlechtsatypisches Verhalten. Bei einer Normalverbreitung von weniger als einem Prozent ist das hochsignifikant. Auch für Geschwister gilt eine erhöhte Wahrscheinlichkeit.
Ein Grund dafür könnte sein, dass transsexuelle Frauen ein übermäßig langes Gen für die Androgenrezeptoren haben - wodurch die Rezeptoren weniger effektiv sind. Gerade in der entscheidenden Phase der Embryonalentwicklung können die Östrogene so bei männlichen Embryonen so eine Dominanz in der Hirnentwicklung erreichen.
So fand man in Gehirnuntersuchungen auch deutliche Normabweichungen in der Neuroanatomie. Die Hirnrinde von transsexuellen Frauen entsprach hier ziemlich genau der von anderen Frauen. Bei transsexuellen Männern zeigte sich immerhin eine deutliche Tendenz zur männlichen Hirnrinde.
Bei den für die unbewussten Gehirnfunktionen zuständigen Gehirnarealen fand man heraus, dass dies bei Transmännern und Männern übereinstimmt. Transfrauen hatten hier ein zwischengeschlechtlich entwickeltes Hirnmuster. Die Studienteilnehmer waren hormonell unbehandelt, hatten also noch die Hormonspiegel des phänotypisch ursprünglichen Geschlechts.
Auch weitere neurobiologische Unterschiede, wie in der sexuellen Erregbarkeit (im Gehirn beobachtet) entsprechen bedeutend eher dem gewünschtem phänotypischem Geschlecht.
Neurologisch entsprechen transsexuelle Menschen also eher Ihrem angestrebtem als ihrem ursprünglichem phänotypischen Geschlecht. Diese Tatsache beruht vermutlich auf genetischen Variationen in den für die Geschlechtshormonen zuständigen Genen. Transsexualität hat also zu einem großem Teil biologische Ursachen und sind keinesfalls eine Lifestyle-Entscheidung.
Die hier dargestellten Informationen habe ich gekürzt von atme-ev.de übernommen. Dort werden die Informationen noch einmal ausführlicher und mit Angabe von 82 Quellen beschrieben.
Vielen Dank fürs Lesen :)
Bis bald :)
Eure Nina <3
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Dienstag, 19. November 2013
Christen und Transsexualität
Hallo Leute :)
Gestern musste ich etwas lesen, was mir sehr auf den Magen geschlagen ist. Unter dem Decknamen Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) verbreitet die Kirche mit pseudowissenschaftlichem Hintergrund ihre Ansichten über alle Arten von 'anderen' Menschen. Dies umfasst Homosexuelle wie Transsexuelle sowie jede Lebensform außerhalb der genormten Mann-und-Frau-Ehe.
Zum Ersten wird Transsexualität hier quasi als eine entartete Form von Homosexualität dargestellt und damit vor Allem auf Sex reduziert. Insbesondere wird hierbei davon ausgegangen, dass Transsexualität zum Späteren eingehen einer heterosexuellen Beziehung, beziehungsweise sehr oft auch zu promiskuitivem Verhalten führt, dabei wäre Prostitution häufig zu beobachten.
Als zweite Grundform bei Transsexualität wird Autogynophilie propagiert. Hierbei würde die körperliche Angleichung zur sexuellen Eigenstimulation dienen.
Andere Formen werden bei Mann-zu-Frau-Transsexualität nicht genannt.
Diese Thesen sind sehr auf Sexualität an sich gerichtet und ignorieren dabei, dass Gender nur wenig mit Sexualität zu tun hat. So werden wohl nur wenige TS von ihrem feminisiertem Körper erregt werden. Hingegen leide ich sehr unter den leider deutlich sichtbaren Spuren, die männliche Steroidhormone an meinem Körper hinterlassen haben. Das grade durch die Hormontherapie (insbesondere Androgenblocker wie Cyproteron und Spironolacton) der Sexualtrieb stark nachlässt, müsste bei sexuell motiviertem Wunsch nach einer Geschlechtsangleichung dazu führen, dass der Wunsch stark in Frage gestellt wird. Tatsächlich aber bin ich mir meiner Weiblichkeit bewusster denn je geworden.
Worunter ich leide ist auch nicht, Sexualität nicht so erleben zu können, wie ich es mir wünsche. Natürlich ist es belastend zu sehen, wie andere Menschen mit ihrer Sexualität glücklich sind, während ich mich dabei nie wohlfühlen konnte. Aber im Endeffekt ist Sexualität nichts, was für mich eine besondere Priorität hätte. Wenn ich vor die Wahl gestellt wäre, ob ich niemals Spaß beim Sex haben zu können, aber dafür den Körper zu haben den ich mir wünschen würde - die Entscheidung wäre klar. Mein primäres Leiden liegt nicht in Sexualität begründet, vielmehr ist es mein Körper und der Hass auf das furchtbar Männliche an ihm, sowie der Wunsch nach Feminität, der mich motiviert diesen Weg zu gehen.
Um weiter auf die Thesen des DIJG einzugehen... tatsächlich sind sehr viele TS gleichgeschlechtlich (dass heißt Mann zu Mann, beziehungsweise Frau zu Frau) orientiert. Ich selbst betrachte mich inzwischen als bisexuell, früher als lesbisch und ehrlich gesagt ist es mir auch völlig egal welche sexuelle Orientierung ich habe, ich kann damit leben, es ist schließlich so, wie es ist. Transsexualität monokausal mit Homosexualität in Verbindung zu bringen ist meiner Meinung nach haltlos.
Vor Allem finde ich es schwachsinnig, eine Geschlechtsangleichung zu betreiben, die viel mehr gesellschaftlicher Ächtung unterliegt, um damit dann seine Homosexualität auszuleben. Dies mag vielleicht in Saudi-Arabien der Fall sein, wo Homosexualität illegal, Transsexualität aber legal ist, hierzulande ist es aber schlicht dumm. Es gibt eine große homosexuelle Szene, Schwul-, oder Lesbischsein ist relativ akzeptiert. Jedenfalls deutlich akzeptierter als Transsexualität. Mir fehlt irgendwie der Sinn in dieser Ausführung.
Es mag sicher Beides geben, Menschen, denen von ihrem starrköpfigem Umfeld beigebracht wurde, dass Homosexualität grundfalsch ist und sich deswegen in die Angleichung fliehen - und Menschen, die sich von ihrer körperlichen Wandlung sexuell erregt fühlen. Zumindest letztere differenzieren sich aber ganz klar selbst von TS und bezeichnen sich zumeist als Shemales. Zudem dürften diese Fälle wohl vergleichsweise relativ selten sein.
Ignoriert werden auch biologische Ursachen von Transsexualität. Am eindeutigsten sind diese Ursachen bei Frau-zu-Mann-Transsexuellen zu finden. 50 % der Transmänner leiden vor Ihrer Geschlechtsangleichung am sogenanntem Polyzystischem Ovarialsyndrom, was dazu führt, dass der Hormonhaushalt deutlich zum männlichem hin verschoben wird. Gehirnscans zeigen bei Transfrauen strukturelle Ähnlichkeiten zu denen von Biofrauen. Usw.
Transsexualität ist eine Krankheit, aber nicht die Psyche ist das Problem. Das Problem körperlicher, nicht psychischer Natur. Wer das verstehen will oder nicht, es ist nun einmal so. Und da können mir Menschen, die sich nicht so fühlen wie ich und nicht so denken wie ich, mir nichts Anderes erzählen.
Sooo genug geraged, mir gehts heute nicht so besonders gut, jetzt wird entspannt.
Bis bald :)
Eure Nina <3
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