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Montag, 27. Oktober 2014

Die Unmenschlichkeit des Wirtschaftssystems (Teil 2): Wie das Wirtschaftssystem die Menschen krank macht



Teil 2:
Wie das Wirtschaftssystem die Menschen krank macht


Profit ging schon immer über Alles. Und Profit lässt sich leider nicht nur mit Dingen machen, die dem Gemeinwohl förderlich sind. Die Schwächen der „Menschlichkeit“ werden von der Wirtschaft also auch zur Erwirtschaftung von Profiten genutzt, genauso wie Umwelt hierfür zerstört und Gesundheitsschäden an Verbrauchern billigend in Kauf genommen werden.
Die Schwächen der Menschlichkeit Auch der Mensch ist nur ein Tier und verfügt über die gleichen physischen und größtenteils auch über die gleichen psychischen Mechanismen wie Tiere. Dies zeigt sich besonders deutlich bei Gesellschaftsdrogen und Nahrung.
Das aggressive Marketing das die Tabakindustrie in früheren Zeiten betrieben hat, haben Tabak zu einer gesellschaftlich akzeptierten wenn auch reglementierten Droge gemacht. Doch die Droge Tabak ist heutzutage eine der häufigsten Todesursachen von Menschen in den Industrienationen. Funktionieren tut dies, weil Drogen eine natürliche Schwäche von Tieren und somit auch des Menschen ist. Sie stimulieren das Belohnungssystem im Gehirn und lösen somit immer wieder ein Verlangen hiernach aus. Die Tabakindustrie verbucht so Milliardengewinne indem sie hunderte Millionen Menschen süchtig macht und umbringt.
Das gleiche Spiel bei der Nahrung: Lebensmittelzusätze die ähnlich wirken wie Drogen werden dem Essen hinzugegeben. Außerdem bevorzugen alle gleichwarmen Tiere energiereiche Nahrung um Energiespeicher für schlechtere Zeiten anzulegen. Auf diesem Wege essen und trinken die Verbraucher heute immer mehr Produkte, die ihrer Gesundheit nicht zuträglich sind. Ein Beispiel, McDonalds.
Wie das Supersizing erfunden wurde. Konsumenten im Kapitalismus suchen immer nach einem Mehrwert für ihr Geld. Unternehmen hingegen versuchen möglichst viel Gewinn pro Kunde zu machen, auch wenn der Gewinn pro Produkt niedriger wird, wird durch den höheren Umsatz bei größeren verkauften Mengen mehr Gewinn gemacht. Man machte die Portionen also immer größer. Die Fastfoodkette verdiente mehr, der Kunde hatte einen Mehrwert. Doch ohne diesen Mehrwert würden die Verbraucher in der Regel deutlich weniger essen. Es wird also ihr Bedürfnis nach einem „Mehrwert“ ausgenutzt, womit die Kunden sich selbst schaden.
Zur Umweltzerstörung zum Kapitalgewinn muss ich glaube ich nicht viel sagen. Jeder weiß, wieviel Regenwald jeden Tag zerstört wird um mehr Fläche wirtschaftlich nutzbar zu machen. Wieviele Gewässer vergiftet und aufgebraucht werden ist schon etwas weniger bekannt. Und wie zum Beispiel die Natur regelrecht mit aus Profitgründen unsachgemäß entsorgtem Giftmüll bei der Aluminiumproduktion zerstört wird weiß so gut wie Keiner. Und wer hat schonmal etwas von einem Müllkontinent im nördlichen Pazifik gehört?
Fakt ist: Die Umweltzerstörung kostet die Menschen in der Umgebung dieser Umwelt und langsam auch überall auf der Welt deutlich mehr als ihre Verhinderung kosten würde. Das sie trotzdem betrieben werden kann liegt nur daran, dass die Kapitalisten die Umwelt einfach zerstören ohne die Kosten hierfür zu tragen. Schließlich kriegen die Kapitalisten in ihren Whirlpools keine Blasen am ganzen Körper wenn sie baden gehen, wie es die Menschen in den von den Aluminiumwerken zerstörten Gebieten tun, wenn sie sich im Fluss waschen.
Zu den Gesundheitsschäden habe ich schon vieles geschrieben, hier handelt es sich aber eher um in Kauf genommene Gesundheitsschäden. Jetzt sprechen wir davon, wie Unternehmer die Gesundheit von sehr vielen Menschen aus Profitgier bewusst und massiv schaden.
Pharmavertreter bestechen oder überzeugen anderweitig davon, immer mehr Medikamente einzusetzen damit die Pharmafirmen Jahr für Jahr Rekordzahlen schreiben. Ihre Arbeit funktioniert so gut, dass sogar Menschen die ein Medikament eigentlich nicht bräuchten, es trotzdem aktiv bei ihrem Arzt erfragen und meist auch bekommen. Immer mehr Menschen bekommen unnötige Medikamente, inzwischen werden sogar Kindern oft starke Psychopharmaka verschrieben. Oft bekommen sie dann auch noch Medikamente die die Nebenwirkungen anderer Medikamente beseitigen. So kommen Rentner und sogar jüngere Leute manchmal auf zehn Präparate die sie gleichzeitig nehmen und woran sie schließlich sterben.
Dabei ist bei vielen Präparaten nicht mal die Wirksamkeit wirklich gesichert. Gleichzeitig werden medizinische Studien zur Medikamentensicherheit vom Unternehmen selbst veranlasst – und verschwinden bei Nichtgefallen einfach in der Schublade, während positivere Studien veröffentlicht werden und das Medikament so trotzdem auf den Markt kommt. Oft werden sogar Zulassungsbehörden direkt bestochen damit das Medikament auf den Markt kommt. Auch viele Politiker lassen sich nur allzu gerne von der Pharmalobby bezirzen. So wird der bewussten Gesundheitsschädigung durch die Pharmaindustrie kein Riegel vorgeschoben, während diese sich die Taschen vollstopft indem sie Medikamente zu überhöhten Preisen verkauft.
Gleichzeitig wird die Produktion in der Landwirtschaft gesteigert indem massiv Gifte eingesetzt werden. Da es Grenzwerte gibt, werden verschiedene Gifte eingesetzt. Viele Gifte multiplizieren sich in ihrer Wirkung und so werden die Menschen langsam vergiftet. Außerdem erleiden rund eine Millionen Menschen jährlich eine Pestizidvergiftung. Parkinson und Blutkrebs sind längst als Berufskrankheiten von Bauern anerkannt.
Noch schlimmer ist es aber mit den Phthalaten. Man schätzt, dass inzwischen jeder zweite Mann in seiner Zeugungsfähigkeit eingeschränkt ist. Genitalfehlbildungen, Diabetes und andere Zivilisationskrankheiten können hiermit zusammenhängen. Die Grenzwerte für einen Weichmacher sind hierbei meistens relativ unbedenklich. Man hat jedoch nicht die Wechselwirkung zu anderen Stoffen untersucht. Da jeder von uns eine Vielzahl von Chemikalien aufnimmt und so auch jeder damit belastet ist, treffen die Wechselwirkungen aber eigentlich immer zu. Eigentlich wird so jeder Mensch der nicht fernab der Zivilisation lebt in einem gewissem Maße vergiftet – nur weil die Industrie aus finanziellen Gründen nicht auf den Einsatz dieser Chemikalien verzichtet.
So macht das Wirtschaftssystem die Menschen krank

Samstag, 25. Oktober 2014

Die Unmenschlichkeit des Wirtschaftssystems (Teil1): Die Ausbeutung der Arbeiter


Hallo Leute :)

Ich weiß das ist etwas ungwöhnlich, aber ich wollte es mal ausprobieren und wäre über Feedback dankbar. Und zwar wollte ich ein paar meiner Gedanken zu Byte bringen und damit ein Bisschen zum Nachdenken anregen.

Dazu wollte ich anfangen mit dem Thema "Die Unmenschlichkeit des Wirtschaftssystems". Das erste Kapitel trägt den Namen "Die Ausbeutung der Arbeiter", eine Linksammelung mit allen Beiträgen dieser 'Kolumne' und die Aussicht, um welche Beiträge es demnächst geht, würde man hier finden.

Ich fange einfach mal mit dem ersten Kapitel an :)

Die Unmenschlichkeit des Wirtschaftssystems
Die Ausbeutung der Arbeiter

Sklaverei, Leibeigenschaften, das Leiden des Proletariats in der Frühindustrialisierung, Zwangsarbeit von Häftlingen – Arbeitskraft war schon immer ein wichtiger Produktionsfaktor und Menschen haben andere Menschen schon immer benutzt um ihre Arbeitskraft für möglichst wenig Gegenleistung ausbeuten zu können. Die Zahl der Oligarchien („der wenigen Herrscher“) war dabei immer bei Weitem geringer als die der Ausgebeuteten. Dies hat sich Bis heute nicht geändert.
Heutzutage ist die Ausbeutung jedoch weniger offensichtlich. Das Sozialsystem und der über viele Jahrzehnte gewachsene Überfluss unserer Gesellschaft haben wahres Elend verdrängt. Die Arbeitsbedingungen sind durch zunehmende Technisierung und begrenzte Arbeitszeiten ebenfalls besser geworden.
Dennoch: Die Mächtigen ziehen einen sehr großen, wenn nicht den größten, Nutzen aus der Arbeitskraft der Arbeiter. Die Angestellten werden zumeist mit dem Minimum abgespeist das marktüblich (da es ja Konkurrenz um Fachkräfte gibt) und gesetzlich vertretbar ist, unabhängig davon ob es dem Unternehmen hervorragend oder nur gut geht. Geht es dem Unternehmen schlecht, kriegen das hingegen die Arbeiter sehr direkt zu spüren.
Daraus ergibt sich eine sehr ungleiche Entwicklung: Die Kapitalisten, also jene, die Geld investieren können, erwirtschaften zumeist mit ihrem Geld mehr Geld ohne dafür aktiv etwas zu tun. Das Geld das die Kapitalisten hinzu erwirtschaftet haben entstammt direkt der Arbeitsleistung der Angestellten und den Ressourcen der Gesellschaft. Kapital kommt zu Kapital, Arbeiter bleiben Arbeiter da sie in der Regel kein Startkapital erwirtschaften können um selbst investieren zu können. Nur die Verfügbarkeit und der Bedarf an Arbeitern sowie Gesetze und Sozialsysteme (hierdurch hat es Niemand nötig für 2 Euro die Stunde Sklavenarbeit zu machen) schaffen eine Deckelung nach unten. Die Schere zwischen arm und reich treibt dennoch auseinander, selbst wenn die Löhne langsam steigen, da die Reichsten immer schneller immer reicher werden.
Doch wie sieht eigentlich die Wirklichkeit aus? Zwei inflationsbereinigte Grafiken verdeutlichen dies.




Schaut man sich diese Kurven an, so sieht man, dass die Reallöhne zwischen 1998 und 2004 leicht gesunken sind, während das reelle Wirtschaftswachstum zwischen null und vier Prozent lag. Das erwirtschaftete Wirtschaftswachstum und die leicht gesunkenen Reallöhne in dieser Zeit gingen also zur Gänze in die Taschen von Staat und Wirtschaft und erreichten nicht die Arbeiter die dieses erwirtschaftet hatten. Wirtschaft, das sind die Kapitalisten. Oder anders gesagt: Die Aktionäre und Firmenbesitzer verdienen jedes Jahr inflationsbereinigt mehr Geld obwohl sie nichts tun sondern nur „das Geld arbeiten lassen“. Die Arbeiter spüren hiervon nichts. Dies hat sich im Übrigen auch unter Merkel immer weiter forgesetzt, ich habe nur keine freiverwendbare Grafik hierfür.

Ein Wirtschaftssystem das die Verantwortlichen für die Schaffung von Werten nicht an diesem Erfolg teilhaben lässt, lässt sich nur als ausbeuterisch bezeichnen.

Dies war Teil 1. Der zweite Teil folgt in 2 Tagen :) Feedback gerne gehört :)

Danke fürs Lesen :*
Eure Nina <3



Dienstag, 21. Oktober 2014

Abschleifen des Adamsapfels (Info)


Hallo Leute :)

Glücklicherweise habe ich keinen markanten Adamsapfel, dennoch werde ich mir das Ding wohl "begradigen" lassen wenn ich irgendwann meine Stimmband-OP mache, denn auch wenn der Schildknorpel bei mir nur schwach ausgeprägt ist, kann ich ihn fühlen und im Profil auch sehen und das stört mich. Wenn der Adamsapfel aber ausgeprägt ist, kommt man nur schwer umhin, diesen bei einer Geschlechtsangleichung korrigieren zu lassen.

Ein Beispiel für einen ausgeprägten Adamsapfel sieht man hier:


Was ist der Adamsapfel?

Der Adamsapfel ist eigentlich nur Knorpelgewebe, der Knorpel heißt Schildknorpel. Der Grund, warum der Adamsapfel im männlichen Körper hervortritt, liegt im Stimmbruch begründet. Durch die androgenen Hormone vergrößert sich der Kehlkopf, wodurch die männliche Stimme stärker und voller wird. Dieser größere Kehlkopf führt zum Wachstum des Schildknorpels. In der Regel bedeutet ein größerer Schildknorpel also auch eine tiefere und stärkere Stimme.

Wie erfolgt das Abschleifen des Schildknorpels?

Um den Adamsapfel zu reduzieren wird in der Regel erstmal mit einem bildgebendem Verfahren (zB CT) der Schildknorpel untersucht, damit der Eingriff geplant werden dann. Anschließend wird unterhalb des Kinns, zB in der Kiefer-Hals-Falte oder manchmal auch direkt über dem Adamsapfel, ein Schnitt gemacht.

Ist der Weg zum Schildknorpel frei gemacht, wird der obere Rand des Schildknorpels sowie die Erhebungen die nach Außen hin als Adamsapfel erkennbar sind mit einem Bohrer abgeschliffen. Eine unter Umständen bleibende Resterhebung kann über die Zusammenführung von Muskeln in dem Bereich kaschiert werden.

Mögliche Risiken

Den Adamsapfel abzuschleifen ist eine relativ risikoarme Prozedur. Es kann sicherlich zu geringfügigen Nachblutungen, Schmerzen und kurzfristigen Stimmproblemen kommen, diese Probleme sind jedoch nur temporär. Wenn der Arzt einen groben Fehler macht können die Stimmbänder verletzt werden. Dies kann zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der Stimme führen. Dies ist jedoch sehr selten.

Fazit

Richtig gemacht verschwindet der Adamsapfel ohne langfristige Handycaps und ohne sichtbare Narbe (da sie dann in der Kiefer-, Hals-, Falte liegt und quasi nur von unten bei gleichzeitig erhobenem Kopf zu sehen ist). Das Abschleifen des Adamsapfels ist also relativ harmlos. Oft wird dieser Eingriff mit einer Stimmband-OP kombiniert.

Tag 4 nach der Haartransplantation


Hallo Leute :)

Zeit für ein Update ;) Vor 4 Tagen hatte ich meine Haartransplantation bei Dr. Atas. Nachdem ich den Verband häufiger gewechselt habe, ermutigte mich Dr. Atas gestern, heute die Kompressen zu entfernen.

Dazu habe ich die Kompressen stark befeuchtet und konnte sie anschließend mit nur noch geringstem Widerstand aus den Transplantationsgebieten entfernen. Hier zwei Fotos:

Rechte Schläfe

Linke Schläfe aus Distanz
Im Vergleich zu dem Anblick den ich kurz nach der Operation hatte ist das schon für mich als Laien schonmal super verheilt. Auch ist die von Dr. Atas angekündigte Schwellung im Gesicht ausgeblieben, die Stirn war zwar einen Tag lang leicht aufgedunsen, aber ich habe weder "Pandaaugen" bekommen, noch hat die Schwellung sich irgendwo anders manifestiert. Ich scheine die Operation also ziemlich gut verkraftet zu haben.

Nachdem ich eben mit Dr. Atas telefoniert habe (3 Telefonate in 4 Tagen - das ist die engmaschigste Nachsorge bei allen Operationen die ich bisher hatte. TOP!) habe ich dann auch vorsichtig die Haare mit Babyshampoo waschen können.

Schmerzen habe ich keine, jedoch geht seit gestern vom Hinterkopf (= dort wo die Grafts gewonnen wurden) ein ständiger leichter Juckreiz aus der ein wenig störend ist, zumal ich diesem natürlich nciht nachgebe.

Insgesamt die bisher aufwendigste Nachsorge für eine Operation die ich hatte, dafür auch die geringsten postoperativen Beschwerden. Jetzt heißt es, weiterhin vorsichtig sein und Daumen drücken für ein gutes Ergebnis. :)

Bis bald :)

Eure Nina <3

Samstag, 18. Oktober 2014

Meine Haartransplantation (17.10.2014)


Hallo Menschis,

gestern hatte ich meine Haartransplantation in der Nähe von Frankfurt, transplantiert wurden ungefähr 1000 Grafts vom Hinterkopf in die Ecken der Stirn und auch ein paar Haare unterhalb der Mittelhaarlinie. Transplantiert wurden die Haare nicht nur in die Haut, sondern auch in die Narbe die durch meine Stirn-OP bei Dr. Bart entlang meiner Haarlinie entstanden ist. Wenn Alles gut verheilt habe ich also bald einen runden, u-förmigen, Haaransatz wie es als Optimum auch für XX-Frauen gilt und die Narbe verschwindet in der Unsichtbarkeit.

Nachdem ich in Köln zur Beratung zur Haartransplantation war und feststellen musste, dass ich wohl noch einige Zeit bräuchte um die Operation bezahlen zu können machte mir Taunus Aesthetics aus der Nähe von Frankfurt das Angebot, den Eingriff für einen deutlich geringeren Preis durchzuführen. Nach der Beratung letzten Monat hatte ich mich dann entschieden die Haartransplantation machen zu lassen.

Mit einem fast fabrikneuem Seat Altea den ich mir bei Sixt geliehen hatte fuhren Tobi und ich gestern also ins Taunus wo ich ungefähr acht Stunden lang behandelt wurde. Behandelnder Arzt war Dr. Atas dem von einer erfahrenen Schwester assistiert wurde. Da der Eingriff bei Lokalanästhesie erfolgt, bekam ich quasi live mit wie an mir gewerkelt wurde.

Dr. Atas
Zuerst mussten die Haare weichen. Es fielen schon sehr viele Haare vom Hinterkopf runter und ich war schon relativ verunsichert, doch als dann während der ohnehin teilweise sehr schmerzhaften Transplantatgewinnung noch weiter mit dem Rasierer hantiert wurde, war ich fast schon verzweifelt. Das mir gezeigte Bild meines Hinterkopfs nach der Transplantatgewinnung machte das eher noch schlimmer. Einige Stunden nach der OP war es aber nicht mehr so schlimm, es war einfach eine Stressreaktion in der ich auf Alles überempfindlich reagiert habe.

Genauso auch auf die Schmerzen bei der Transplantatgewinnung. Es wurden zahlreiche Spritzen mit Lokalanästhetikum verabreicht und auch wenn die Spritzen recht schmerzhaft waren, so war es an weiten Teilen des Hinterkopfes anschließend doch relativ schmerzfrei. An einer Stelle jedoch wurde es kurz vor Ende der Transplantatgewinnung noch einmal sehr viel schmerzhafter, offenbar hatte die Betäubung in einem ohnehin bereits gereiztem Areal nachgelassen und es tat wirklich sehr weh, nachdem Dr. Atas versucht hatte die Stelle noch einmal zu betäuben, was aber wiederum sehr schmerzhaft war, ließ er von der Stelle ab und wendete sich einer unempfindlicheren Stelle zu.

Insbesondere war ich auch gestresst, weil ich mich aufs Atmen konzentrieren musste, da ich meist nur ein Nasenloch und meinen halben Mund zum Atmen nutzen konnte, da man zur Transplantatgewinnung natürlich den Kopf fixieren muss. Dies bedeutet in Bauchlage also, dass das Gesicht mehr oder weniger auf die Oberfläche gepresst wird.

Nach der Transplantatgewinnung und einer kurzen Erholungspause ging es mir dann wieder besser. Ich durfte mich, was bedeutend angenehmer war, auf den Rücken legen, wodurch ich atmen und mich entspannen konnte. Dann kam die Lokalanästhesie. Die dicken Nadeln der Spritzen taten hier noch mehr weh aus auf dem Hinterkopf und leider war die Narkose gerade auf der rechten Seite wo einige Aknenarben sind und auch die Narbe von der Dr. Bart - Operation schlechter verheilt war nicht allzu effektiv, sodass es immer wieder doch relativ oft, aber nicht mehr so extrem wie an der Stelle am Hinterkopf, schmerzhaft wurde.

Ich habe allerdings auch gemerkt, dass ich die Schmerzen teilweise selbst kontrollieren konnte indem ich meine Erwartungshaltung geändert habe. Als Tipp für solche Eingriffe würde ich also sagen: Konzentriert Euch nicht auf den Schmerz, sondern konzentriert Euch darauf, dass es nicht weh tut. Dann tut es erstaunlicherweise auch viel weniger weh. Auf die Idee kam ich nachdem ich in einer Doku gesehen habe, wie Morphin das Schmerzempfinden beeinflusst. Die Erwartungshaltung hat sogar bei einem starken Opioid also mehr Einfluss auf das Schmerzempfinden als das Medikament selber!

Zur Transplantateinbringung wurde die Haut oberflächlich angeritzt und anschließend ein Loch hineingestochen. Dann galt es, die Transplantate in die genauso großen Löcher einzubringen. Nach einiger Zeit und noch einigen Narkosespritzen später schlief ich ein und wachte erst kurz vor Beendigung der OP wieder auf.

Ich war sehr erschöpft und emotional sehr aufgewühlt und als wir endlich zuhause ankamen schlief ich fast sofort ein und schlief mit nur kurzen Unterbrechungen 17 Stunden lang. Heute habe ich dann meine Haare entknotet und dabei noch eine ganze Strähne Haare wegwerfen müssen, die gestern abrasiert aber in meinen Haaren verknotet wurden war. Außerdem habe ich den Vreband weitestgehend gewechselt, aber auf den Wechsel der Kompressen in den Bereichen verzichtet in denen diese stark mit den Transplantaten verklebt waren. Nachblutungen am Hinterkopf sind nicht mehr erfolgt und auch im Stirnbereich scheint es kaum noch zu bluten. Allerdings färbt sich auch der neue Verband bereits leicht rot, vermutlich weil die alle paar Stunden applizierte Kochsalzlösung das geronnene Blut etwas verflüssigt.

Zum Ergebnis der Haartransplantation kann man frühestens in drei Monaten eine Aussage treffen, aber ich werde natürlich regelmäßig weiter berichten wenn es etwas zu berichten gibt.

Bis bald :)
Eure Nina <3

Dienstag, 14. Oktober 2014

Die Selbstwirksamkeitserwartung oder wie man durch Herausforderungen stark wird


Hallo Leute :)

Bei den meisten Dingen des Lebens erreichen wir nur so viel, wie wir erwarten zu erreichen. Bei der Selbstwirksamkeitserwartung geht es darum, inwieweit wir uns zutrauen unser Leben selbst verändern zu können in die Richtung die wir anstreben.

" Glaube ich daran, durch meinen Willen xxx erreichen zu können? " ist dabei die Kernfrage.

An Zielen die wir uns nicht zutrauen werden wir in der Regel scheitern. Wer zum Beispiel meint, nicht genug Willensstärke zu haben um abzunehmen, wird es trotz dem vorhandenem Willen nicht schaffen, die notwendigen Schritte hierzu zu gehen.

Ferner muss man sehen, welcher Typ Mensch man ist. Ob man auf seine Leistungen stolz sein will, ob man sich über den Einfluss definiert den man auf andere Menschen ausübt, oder ob sozialer Anschluss der Hauptmotivator ist. Ich denke all diese drei Motivationen sind in jedem Menschen vorhanden, doch worüber man sich definiert ist bei jedem Menschen sicherlich deutlich verschieden. Diese Hauptmotivatoren sind es, die hinter den meisten unserer alltäglichen Ziele stehen.

Ich war noch nie ein Mensch, der sich selbst Unfähigkeit unterstellt hätte, gewisse Ziele zu erreichen. Und trotzdem habe ich es vor 3 Jahren für so gut wie unmöglich gehalten, dass ich zur Kraft der Veränderung werde die notwendig ist, letztendlich mein Ziel zu erreichen. Dieses Ziel bestand damals und besteht auch noch heute darin, meinen Körper im Großen und Ganzen und das mit nur kleinsten Kompromissen meinem Empfinden anzupassen.

Doch da ich mich nicht für den Suizid entscheiden konnte, habe ich vor 2 Jahren begonnen diesen Weg zu gehen. Frustrierend daran ist, dass jedes Ziel sich im Endeffekt wieder verkompliziert und wieder den weiteren Willen zum Durchhalten verlangt und neue Teilziele bedingt. Meinen eigentlich Grundantrieb würde ich übrigens bei den drei Hauptmotivatoren Leistung:Einfluss:Anschluss auf ca 25:10:65 einschätzen.

Nehmen wir als Beispiel die Brust:

1. Ziel: Brustentwicklung durch Hormone
===> Kein ausreichendes Ergebnis binnen der ersten Jahre zu erwarten
2. Ziel: Brustvergrößerung
===> Nicht möglich da Brustdrüsen zu weit entfernt von brustkorbzentrum, daher
2. Ziel: Brustwarzenkorrektur
===> Immer noch kein größeres Brustvolumen erreicht
3. Ziel: Brustvergrößerung
===> Äasthetisches Problem durch Aknenarben und Operationsnarben sowie Dehnungsstreifen.
4. Ziel: Narbenkorrektur um die rechte Brustwarze (noch nicht erreicht)
5. Ziel: Übertatoowierung der Aknenarben im Dekoltee sowie eines großen Teils der OP Narben und der Dehnungsstreifen (noch nicht erreicht)

Und bei den allermeisten Zielen kommen natürlich Schwierigkeiten hinzu die bewältigt werden müssen bevor es weiter gehen kann, wie beispielsweise Wartezeiten für Ausheilungen, auf Behandlungen und Termine, Finanzierungsproblematiken hinzu. Anschließend treten auch oft noch durch die erreichten Einzelziele neu verursachte Problematiken (zB mein leichtes Doppelkinn durch die Kiefer-OP oder die OP Narben und Dehnungsstreifen durch die Brustoperationen) auf.

Früher habe ich nie verstanden, was es heißt, stark zu sein. Heute denke ich, dass die innere Stärke gleichbedeutend mit der Selbstwirksamkeitserwartung ist. Wenn man glaubt, Alles schaffen zu können was man will, ist man entweder wahnsinnig oder stark. Und ich glaube, dass ich durch diesen Weg den ich gehen muss und dadurch, dass ich mich schon lange entschieden habe nicht aufzugeben, sondern jedes Problem aus dem Weg zu kämpfen auch wenn ich immer wieder daran zu verzweifeln drohe, lerne, dass ich wirklich so gut wie Alles schaffen kann, wenn ich nur hart genug dafür kämpfe.

Und so glaube ich inzwischen wirklich daran, dass diese lange Zeit, auch wenn sie mit viel Leid verbunden ist, mir zumindest etwas für mein Leben lehrt, nämlich den Glauben an mich selbst und meine Fähigkeit, Alles zu schaffen.

Danke fürs Lesen :)

Eure Nina <3