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Montag, 10. Dezember 2012

Östrogene und das Denken

 Hallo Mädels!

Gedanken über die lieben Hormone dürfen wir uns sicher für den Rest unseres Lebens machen, wenn sie natürlich auch mit Sicherheit immer weniger dominierend sein werden. Heute ist wieder so ein Tag, wo ich denke, dass die Hormone wirklich viel mehr machen, als nur den Körper langsam zu formen. Schön, meine Brustwarzen sind viel größer als vorher und auf beiden Seiten ist nun ein deutlicher Brustansatz zu erkennen, meine Arme sind weicher und auch mein Bauch ist schwabblig - sogar mein Gesicht ist ein wenig weiblicher, aber das ist längst nicht Alles.

Fast noch wichtiger ist vielleicht der Effekt der Hormone auf unser Denken. Klar, ich bin emotionaler geworden, aber das war ja schon vorher klar ;) Was mich mehr überrascht hat ist, dass ich seit 2 Wochen ständig zu Fressattacken hingerissen werde, während mir gleichzeitig völlig klar ist, wieviele Kalorien ich grade futtere und wie schlecht das für meine Pläne ist^^ Das hätte ich vorher auf keinen Fall gemacht, aber es ist einfach so toll manchmal, zu schlemmen <3

Heute Abend war es wieder soweit: Frühlingsrollen, Eine Tüte Kokosminizwieback, Lakritzstangen, Ringlis, Mandarinen-Orangen, Fruchtcocktail, Marzipaneis in Tannenbaumform, Wackelpudding und Schlagsahne sowie ein Apfel - all das wurde in kürzester Zeit vernichtet und ich konnte einfach nicht anders, als mich dabei die ganze Zeit unheimlich zu freuen^^

Das ich dabei sicher mal eben 1000 kcal oder 100g Körperfett zu mir genommen habe, naja, das war mir in dem Moment auch egal.

Doch das hat mich auch dazu animiert, noch einmal darüber nachzudenken, wie diese kleinen Moleküle unser Denken beeinflussen. Dabei muss ich ganz ehrlich sagen: Ich bin ein Bisschen verwirrter als vorher wenn es darum geht, ob ich was vergessen habe. Ich denke nicht mehr so viel nach, ich kann Dinge nun aus meiner Laune heraus tun, zum Beispiel beim Einkaufen in irgendwelchen merkwürdigen Bahnen die Leute verwirren, weil ich einfach da lang gehen wollte. Sachen kaufen, einfach weil ich Lust drauf habe. Bei der Arbeit heute habe ich auch nicht nachgedacht, sondern mich auf die Arbeit konzentriert. Wenn ich vorher so eine Arbeit gemacht habe, dann habe ich immer sehr viel nachgedacht und das hat mich oft schwer gemacht. Stattdessen war ich heute unbeschwert und glücklich - das sind eigentlich die beiden Adjektive, mit denen man das am Besten beschreiben kann. Es ist zwar nicht klar, inwiefern das jetzt durch die Hormone und inwiefern durch das Outing kommt. Aber ich bin inzwischen einfach nur noch unbeschwert und glücklich die meiste Zeit. Grade zum Beispiel schreibe ich einen ziemlich langen Text in Wordpress ohne eine Sekunde drüber nachzudenken ;)

Ich fühle mich frei <3


Soo, dann seien wir aber noch was ernst zum Thema Estradiol, Ethinylestradiol, Dienogest, Cyproteron und Spironolacton oder in Markennamen: Qlaira, Aldactone, Diane 35


Gemeinsam mit den 15mg Mirtazapin (klein, bräunlich, halbe Bruchpille) und den (noch) 10mg Citalopram (klein, weiß, halbe Bruchpille) stellen 2 Qlaira-Pillen (4mg Estradiol, 6mg Dienogest, gelb, rund, matt) und eine halbe Aldactone (50mg Spironolacton, groß, weiß, halbe bruchpille) einen festen Bestandteil meiner täglich zu mir genommen Medikation dar. Außerdem nehme ich seit heute 2 Diane 35 (4mg Cyproteron, 70mcg Ethinylestradiol, klein, gelb, rund, glänzend) und setze stattdessen das Evra Pflaster ab; Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass weitere 2mg Cyproteron mir (im Bezug auf Akne und antiandrogenisierung) vermutlich mehr bringen als 200mcg Norelgestromin, außerdem muss ich meinen Ärzten dann einen Wirkstoff weniger erklären ;) Ansonsten bleibt Alles weiterhin beim Alten, sodass es nun insgesamt so aussieht: 4mg Estradiol, 70mcg Ethinylestradiol, 4mg Cyproteron, 4-6mg Dienogest, 50mg Spironolacton. Hoffen wir, dass die Pillen weiter so toll wirken :)

Also dann, mit diesem spätabendlichen Post wünsche ich Euch eine gute Nacht und süße Träume :*

Bis morgen:)
Eure Nina <3

Kommentare:

  1. Ja das Hormon Östrogen macht soooo glücklich und happy und gutgelaunt, und das ganze Leben einfach wundervoll!
    Das Wohlgefühl ist einfach gigantisch, und bitte pass auf dass es nie zu einem Entzug von Östrogen kommt, das ist furchtbar wenn der Wert absinkt unter 50 und Du nur noch rumweinen könntest und so.
    Der Entzug von Östrogen ist SCHRECKLICH - lass die Vorräte niemals ausgehen!
    Lg Julia

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  2. heißt das jetzt, frauen sind unkoordiniert und denken nicht nach, wenn sie was tun =D???

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    1. weil wir so dermaßejn hormongesteuert sind, dass wir nix mehr peilen :D?
      ich checks nicht :D

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    2. Hahaha Nein, das ist nur meine persönliche Erfahrung und vor Allem nix Schlechtes weil ich es super schön finde Bibi <3 Keine Ahnung wieso ich dich jetzt so nenne :D

      :*

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    3. Hallo ihr beiden,

      die Hormone haben schon ganz interessante Wirkungen. Und wenn sich hormonelle Schwankungen im Monatszyklus der Frau so wie im Artikel "Die Wirkung von Sexualhormonen während des weiblichen Zyklus auf das räumliche Denken" beschrieben auswirken wird in etwa klar was da in der Gefühlswelt von Menschen abläuft die am Anfang ihrer Hormontherapie stehen.

      LG Corinna ;)

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  3. Naja, ehrlich gesagt, glaube ich, dass Du Deine derzeitigen Empfindungen zu stark auf die Hormone zurückführst. Sicher verändern die Hormone das Gefühlsleben gravierend, aber ich denke, dass was Du hier beschreibst, kommt vor Allem vom befreienden Gefühl, endlich in Deinem Geschlecht leben zu können und der positiven Entwicklung (was ja auch was tolles ist).
    Die Hormonzufuhr unterstützt diese Empfindungen sicherlich und egal was jetzt tatsächlich dafür verantwortlich ist: genieße es - wer weiß wann das nächste Tief kommt (ich hoffe noch laaaange hin bis dahin :) )

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    1. @ Nicole
      Richtig. Frag mal Biofrauen. Hormone ändern kein Deut an der Persönlichkeit und am Denken. Eigentlich auch am Fühlen nicht. Körperliche Veränderungen, die durch Hormone induziert sind, können allerdings dazu führen, dass man sich freut.

      Biofrauen freuen sich überhaupt nicht über Verfettung, da ist es genau das Gegenteil. Biofrauen freuen sich über einen hohen Testospiegel, weil sie dann eine tolle Libido und mehr Lust auf Sex haben.

      Viele Transfrauen ohne Partner/innen freuen sich, wenn das Testo geblockt wird, weil bei vielen realer Sex offensichtlich ein Grauen darstellt und das Aussehen und Passing im Leben das NonPlusUltra darstellt.

      Transfrauen mit Partner/innen leiden wiederum furchtbar darunter, so wenig/bis gar keine Libido zu haben und Post-OP an der lebenslänglichen Erforderlichkeit, ihre Neovagina mindestens 3 x am Tag bougieren zu müssen.

      Es wird viel idealisierter Schmarrn verbreitet, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Alles hat seinen Preis bei Frauen, seien es Bio- oder Transfrauen. Auch SchönheitsOp´s wirken im persönlichen Bereich einer Biofrau oft nicht so positiv, wie man sich das vorgegaukelt hat, und eine HET, die viele Biofrauen brauchen, wird als Belastung empfunden.

      Viele Frauen, gerade Unerfahrene und Junge, vergessen in ihrem Streben nach optischer/körperlicher Perfektion, dass es im Leben auf die sozialen Bezüge, eine gute Ausbildung, einen guten Job und auf Liebeskompetenzen ankommt, die kann man sich durch all diese Maßnahmen leider nicht erwerben.

      Trotzdem wünsche ich allen Damen hier, dass sie glücklich werden und möglichst gesund bleiben. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
      Wir sind alle sehr fragil und keine Autos. :-)

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    2. Hallo Marilette,

      wenn auch ungern, aber an einer Stelle muss ich dir nun doch widersprechen, und zwar wenn du sagst:

      Frag mal Biofrauen. Hormone ändern kein Deut an der Persönlichkeit und am Denken. Eigentlich auch am Fühlen nicht. Körperliche Veränderungen, die durch Hormone induziert sind, können allerdings dazu führen, dass man sich freut.

      Die Wirkungen hormoneller Schwankungen im Monatszyklus der Frau sind mess- und fühlbar, ich habe oben schon mal den Artikel "Die Wirkung von Sexualhormonen während des weiblichen Zyklus auf das räumliche Denken" verlinkt. Dort wird zitiert:

      Testosterone had a strong and positive influence on mental rotation performance, whereas estradiol had a negative one. These results clearly indicate that testosterone and estradiol are able to modulate spatial cognition during the menstrual cycle.

      und schliesslich die Folgerung:

      Die Wirkung der Sexualhormone innerhalb des Zyklus ist natürlich insbesondere interessant, weil sie unabhängig von der Sozialisation ist. Es gibt keine gesellschaftlichen Vorgaben, nach denen Frauen in bestimmten Zyklusphasen schlechter in bestimmten Fähigkeiten sind. Es zeigen sich insoweit Unterschiede innerhalb der selben Person aufgrund der Hormone.

      Die von dir angesprochenen Feuchtigkeitsprobleme sind auch eine Frage der Operationstechnik, dass ist bei Suporn und hierzulande bei Schaff und Pottek anders.

      Mit dem Rest, vor allem dass eine Menge "Schmarrn" verbreitet wird, bin ich 110% bei dir, leider ist das so. Oft werden Hormone, GaOP und vor allem FFS als Allheilmittel dargestellt.

      LG Corinna ;)

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  4. Die Hormone verändern das Gefühlsleben GEWALTIG, man wird total sensibel und warmherzig und weich und offen, sensual, durch und durch in jeder Zelle des Körpers glücklich!
    Anfangs dachte ich "hmm Hormone...brauch ich das, wozu Geld dafür ausgeben, gibt eh Brustimplantate..."
    Aber Hormone tun soviel mehr, machen das Gesicht süss, machen die Brüste gross und die Hüften breit, den Hintern rund und weiblich und die Oberschenkel bissi "mollig" statt muskulös wie bei Männern, verändern die Gesamtkörperstruktur. Hast Du schonmal TS gesehen nach ein paar Jahren Hormonen?
    Die haben eine Haut wie ein MODEL nicht eine widerwärtige Schweineborste wächst noch raus aus der Haut irgendwo auf Brust auf Bauch oder Beinen, überall total weich und weiches Fett direkt unter der Haut so 5mm tief, Hormone verändern die Psyche gewaltig aber auch den Körper!
    Und der Entzug ist grauenhaft wenn das Östrogen ausgeht, die Laune endlos mies ohne Grund.
    Wer Hormone nimmt, weiss wie es ist - RICHTIG ZU SEIN - und will es niemals mehr missen im Leben, niemals!

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  5. Hallo Nina,
    das die Hormone ganz gewaltigen Apetit machen können, habe ich selbst auch erlebt. Ich habe seit Beginn meiner HRT (2007) über 20 Kg zugenommen und mir fällt es echt schwer, mein jeztiges Gewicht zu halten. Dazu kommt noch, daß ich gerade jetzt nicht meinen gewohnten Sport machen kann. Aber ich möchte hier nicht jammern, du weißt, etwas mehr auf den Rippen wirkt im allgemeinen eher weiblich. Leider lagert sich bei vielen transidenten Frauen das Fett doch eher da ab, wo es die meisten Fettzellen hat und das ist leider am Bauch.
    Ich hoffe, du kannst deinen Apetit in Zaum halten und dein Gewicht halten.
    Liebe Grüsse vom Bodensee,
    Michaela

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    1. hallo nina leider kann ich mein Apetit nicht in griff halten weis nicht was ist besser dick sein oder lust los

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  6. Ganz schön viel Zeug, was du da alles zu dir nimmst.
    Mirtazapin und Citalopram habe ich übrigens auch genommen, als ich mit Hormonen ausm Internet anfing (Gel und Progesteron).
    Die Hormone gaben mir soviel auftrieb, dass ich die Psychopharmaka dann nicht mehr brauchte und mein Psychiater eh angepisst war, wieso ich einfach selber mit den Hormonen anfange.
    Was ich etwas vermisse, ist die schöne schlaffördende Wirkung vom Mirtazapin und die tollen Träume, die ich damit hatte.

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  7. Hi Sabine ! :)

    Ja, es geht. Also soo viel ist das eigentlich nicht, es sieht nur immer soviel aus :D Das Mirtazapain ist wirklich toll zum Schlafen oder? Ich schlafe aus und ich träume auch sehr realistische Sachen. Habe gestern Nacht mal den Fernseher angelassen, morgens lief irgendeine Kinderserie über Clowns, da hab ich geträumt ich mach nen Clowntraining XD Total genial und ich erinner mich an die ganzen Träume ! o.O

    Aber wenn das Citalopram bald weg ist werd ich auch kurze Zeit später gucken ob es auch ohne Mirtazapin geht! Die Antidepressiva müssen ja eigentlich nicht sein, wenns mir auch ohne gut geht!

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    1. Ja, das mit der guten Traumerinnerung ist wirklich faszinierend, vielleicht ist es ja auch so, dass man immer soviel träumt, nur alles dann gleich wieder vegisst und das Mirtazapin gegen dieses Vergessen wirkt. Ich kann mich immer noch an einige Traumszenen erinnern, dabei ist das schon über 2 Jahre her. Ich sollte mir mal wieder was besorgen, auch wenn ich fürchte, dass mir der Psychiater (mit dem ich ja eh zerkracht bin) das nicht verschreiben wird, wenn ich es bloß der schönen Träume wegen haben will.

      Sabine

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