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Montag, 31. Dezember 2012

2012: Ein Jahresrückblick

Aktuellstes Bild: 20.12.2012
Heute ist Silvester und damit gibt es Anlass genug für einen Jahresrückblick 2012 - unter Anderem auch mit neuen Bildern aus diesem Jahr, die ich jetzt erst wieder aus meinem Handy geholt habe.

Vorwort

Für mich war 2012 natürlich ein furchtbar wichtiges Jahr in meiner Selbstfindung. Mein bestandener Führerschein, mein erstes und mein zweites Auto, die Arbeit mit meinen tollen Kollegen bei Kabel Deutschland, das Splash Festival und unser Trip nach Bologna sind natürlich gewesen. Am Wichtigsten aber war definitiv, dass ich durch das Durchstehen massiver Ängste über Monate hinweg schlussendlich gelernt habe, mich so anzunehmen wie ich nunmal bin und auch dazu zu stehen. Nocheinmal danke an Svenja für ihren Blog und an Nicole dafür, dass sie mir mit Ihren Emails sehr geholfen hat in meiner Anfangszeit. Am Meisten aber gilt mein Dank Jenny, die, auch wenn es für sie unmöglich war, weiter mit mir zusammen zu sein, mir sehr viel Mut gemacht hat, meinen Weg zu gehen. Und für eine lange, lange Zeit, in der sie mir ein wenig Glück und Geborgenheit in dieser Welt gegeben hat.

Januar - Juli

Zwischen Januar und Juli verging viel Zeit. In dieser Zeit merkte ich, dass es einen Namen für das gibt, was meinen Kopf schon sehr sehr lange beschäftigt. Ich las sehr viel über die Möglichkeiten der Behandlung bei Transsexualität, über die Lebensgeschichten anderer Betroffener, darüber, wie das Leben als Transsexuelle nunmal ist. In dieser Zeit begannen die Ängste dich ich seit Jahren immer wieder Mal hatte, wieder an Macht zu gewinnen und es fiel mir immer schwerer, damit umzugehen. Meine Gedanken kreisten fast ausschließlich noch um die Transsexualität und ob ich es tun könnte. Umso öfter ich mir dachte, vor zwei unmöglichen Wegen zu stehen, entweder als Transsexuelle oder weiter mit der Gewissheit, dass etwas mit mir nicht stimmt und es immer schlimmer werden wird, desto stärker wurde das Gefühl, in einer ausweglosen Situation zu sein und ich wurde verzweifelt und begann langsam, in Depressionen abzurutschen, die ich aber noch gut verbergen konnte.

Bei meiner Arbeit spielte ich natürlich weiterhin gute Laune, die menschlichen Kontakte lenkten mich zumindest ein wenig davon ab. Auch meine Freundin sollte nicht allzu viel davon merken, außer das ich nun begann, manchmal in die Leere zu starren und nicht mehr ansprechbar war.

"Neue Bilder" aus dieser Zeit

20.05.12
21.06.12
30.06.12
Ich finde, man sieht mir auf allen Fotos an, dass es mir ganz eindeutig nicht gut ging in dieser Zeit.

Ansonsten bestand ich in dieser Zeit meinen Führerschein (nach 2 gescheiterten Anläufen die mich beide zu einem Zusammenbruch brachten) und kaufte mein erstes Auto.

02.05.12
Mein erstes Auto <3 Seat Ibiza '98, 02.06.12


17. Juli - Anfang November

Am 17. Juli gab ich meine Beschäftigung bei Kabel Deutschland auf und hatte nun noch mehr Zeit zum Nachdenken. Dies führte dann dazu, dass meine Depressionen sich noch weiter verschlechterten und meine Verzweifelung mit jedem Tag wuchs. Es konnte gar nicht anders enden, als das meine Freundin nun merkte, wie schlecht es mir ging. Sie wollte nun wissen, warum. Und so kam es, dass sie mir in der Nacht des 02. August dann mit ihrer beharrlichen Art (stundenlanges Fragen^^) mein Geheimnis entlockte. Sie reagierte natürlich sehr geschockt, aber auch recht verständnisvoll und tröstete mich. Es war eine sehr emotionale Nacht und als wir dann um halb 6 schlafen gingen, war es mir natürlich vollkommen aus dem Bewusstsein entflohen, dass ich um 8 einen Termin beim Arbeitsamt hatte.

Es tat gut, dass es nun zumindest bei Ihr raus war. Gleichzeitig hatte ich dadurch aber natürlich weitere Ängste bekommen, so wurde die Trennung erstmals ein ernsthaftes Thema. Dafür half sie mir, zumindest in ganz kleinen Schritten, ein wenig zu leben und konnte mir nun, nachdem sie Bescheid wusste, mehr Verständnis und Trost spenden.

In dieser Zeit war die Verzweifelung dennoch noch sehr, sehr präsent. Oft begann ich beim Autofahren zu rasen mit dem Gedanken, einfach grade aus gegen die Leitplanke zu krachen. Die Raserei wurde mir bei regennasser Fahrbahn dann zum Verhängnis, zwar habe ichs glücklicherweise nicht fertig gebracht, in eine Leitplanke zu rasen, doch verlor ich die Kontrolle über das Fahrzeug, dass sich dann nach einer Kurve um 180 Grad drehte, auf die andere Fahrbahn rutschte und dort mit der Leitplanke kollidierte. Ich rutsche noch einige Meter die Leitplanke entlang.

Dies endete dann damit, dass es von einem Schrotthändler abgeholt wurde:

29.09.12
Es tat mir weh ihn sehen zu gehen, ich mochte den Wagen. Doch ich freute mich natürlich auch über seinen Nachfolger:

Renault Megane 1.6e '98, 25.09.12

 Es gab aber auch kleine Momente, in denen ich mich freuen konnte.

09.09.12
Der Gedanke an meinen anstehenden Auszug und die damit gegebene Freiheit, endlich ohne Angst vor Entdeckung durch meine Familie mit der Transsexualität umzugehen, gaben auch Auftrieb. Natürlich wusste ich aber auch, dass es meine sowieso schon angeschlagene Beziehung zu Jenny extremst belasten und vermutlich zerstören würde, was mich runterzog.

03.10.12


Drei Tage nach meinem Umzug kam so beispielsweise schon meine erste neue Unterwäsche, die alte habe ich danach nie wieder angefasst. Ich besorge mir Citalopram gegen meine Ängste und als es besser wurde, konnte ich endlich anfangen, ich selbst zu sein.

02.11.12
Ende Oktober begann ich mit Hormonen und zeitgleich mit meinem neuen Leben, am 05. November outete ich mich dann gegenüber meiner Familie - am 11. November folgte mein öffentliches Outing bei Facebook. 

November - 31.12.12
Meine Ängste begannen zu schwinden und im gleichen Maße überkam mich eine Glücklichkeit und Leichtigkeit, von der ich immer geträumt hatte. Ich bin absolut glücklich seitdem und seit ich auch die Veränderungen durch die Hormone (1 Monat, 2 Monate) merke und die IPL begonnen (21.11.) habe. Ich denke Ihr könnt ganz gut und ausführlich in meinem Blog nachlesen, was sich in diesen zwei Monaten getan hat :)

Bisherige Entwicklung mit Hormonen:

Entwicklung mit Hormonen
Weitere bisher nicht veröffentliche Fotos:

16.11.12
24.11.12



Die anderen Bilder kennt ihr ja schon :)






Soo, dass war, der Schlaflosigkeit geschuldet, mein sehr ausführlicher Jahresrückblick 2012. Ich hoffe Ihr bleibt mir auch im neuen Jahr treu und wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins Jahr 2013 :)

Bis bald :)
Eure Nina <3

Kommentare:

  1. Hallo Nina,

    ich bin mir sicher dein Jahresrückblick auf 2013 wird eine hochinteressante Lektüre.

    Mach einfach weiter so, du bist gut auf Kurs (ausser beim Autofahren).

    LG Corinna ;)

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  2. Hallo Nina, Hallo Corinna,
    ich glaube, ihr Jahresrückblick auf 2013 wird ein Manuskript, dessen Lektüre die Silversternacht füllen kann. ^^
    LG
    Julia

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  3. Hallo Nina,
    ein Rückblick nutzt nur zur Fehleranalyse um es dann zukünftig besser zu machen. Du hast ja das große Glück noch jung zu sein. Ich wünschte mir sehr,nochmals jung zu sein. Man ist noch so unbeschwert und relativ frei in seiner Handlungsweise. Leider kommt diese Erkenntnis immer retro.

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  4. Hallo Nina,

    ich wünsche Dir ein gutes Jahr 2013 und dass alle Deine Wünsche in Erfüllung gehen.

    LG Andrea

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  5. Hallo Nina,
    schade um den schönen roten Flitzer! Mit dem Geld hätte man so viel Epi machen können. Du mußt einfach dein Temperament und deine Ungeduld zügeln,auch bei deiner Transition.Du siehst ja jetzt schon mit Kunsthaar recht nett aus,und das was noch fehlt,kommt ganz von alleine. Du kannst nicht 20 J weibliche Sozialisation im Schweinsgalopp aufholen,gut Ding will Weile haben.Rutsch gut,aber rutsch nicht aus!

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  6. @ Andrea, Julia, Corinna: Danke für eure lieben Kommentare, ich hoffe Ihr seid auch gut ins neue Jahr gekommen :)

    @ Anonym 1: Wird wohl Alles stimmen, ich bin auch froh, dass ich noch ziemlich jung bin :)

    @ Anonym 2: Naja ich hab 450 bezahlt und 200 vom Schrotti wieder bekommen, also so tragisch wars auch nicht vom Geld her. Aber ja das mit der Ungeduld weiß ich auch, aber ich habs einfach nicht drauf, mich zu bremsen, das macht mich unglücklich. Vollgas bis zur Perfektion. :D

    Liebe Grüße :)
    Nina <3

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  7. Hallo Nina,
    fahr nicht mit soviel Gas,es läuft dir nix weg. Es muß dir halt klar sein,daß durch deine Hormontherapie deine Eier dauerhaft kaputt gehen und bei einem eventuellen Rückschwenk du halt dauerhaft unfruchtbar sein wirst. Glücklicherweise gibt es schon genügend menschen auf der Welt,sodaß es auf deine Sperma und Fortpflanzung nicht ankommt,die menschheit leidet dadurch nicht,aber vielleicht du?!Die Titten könnte man wieder chirurgisch entfernen, und ein mann ohne Bart ist kein Beinbruch.Deine Studienfachwahl ist ja brotlos und nicht auf Broterwerb getrimmt,dabei ist das leben nicht unbedingt eine Zirkusveranstaltung mit unbegrenzter Dauer. Vielleicht solltest du deine berufswahl und Ausbildung doch mit mehr Ehrgeiz und Ernsthaftigkeit angehen. Auf den ölprinz,der seine Angebetete auf Händen trägt hoffen alle Titten,aber die Wenigsten mit Erfolg,und als Translette sieht es da nochmal schlechter aus!

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    1. Hallo Anonym,

      wer bist du denn bitte? Mir ist schon klar das meine Hoden atrophieren, aber die brauch ich auch nicht mehr, nachdem ich Jahre lang gebraucht hab um mich selbst zu finden, gibts jetzt, das kannst du als Versprechen nehmen, mit Sicherheit keinen Rückzieher mehr !

      Naja brutto im Durchschnitt 2.700 Euro in NRW, wobei da auch Teilzeiter bei sind, ist auch kein Gehalt, bei dem man um sein Überleben beten muss. Nur wenn ich psychologische Psychotherapeutin machen will muss ich mir halt überlegen, wie das mit der Psychotherapeutenausbildung klappt, aber mal schauen. Nen Master in klinischer Psychologie ist erstmal das Ziel, notfalls kann man damit immer noch Personaler werden oder so. Ich finds jedenfalls auch sehr interessant, ich habe eben noch 2 Kapitel über Persönlichkeitspsychologie gelesen - sehr sehr interessant, welche statistisch signifikanten Zusammenhänge zwischen verschiedenen Persönlichkeitseigenschaften gibt. Danach kommt wohl ein Buch über psychische Störungen, das ist auch ein sehr interessantes Thema :)

      Danke das du dir Sorgen um mich machst, aber da gibt es wohl Menschen mit schlechteren Fähigkeiten zur Realitätsbewältigung die das nötiger hätten :P

      Liebe Grüße
      Nina

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  8. Hallo Nina,
    dann bin ich mal gespannt,wo ich in deiner Psychoanalytik lande. Sorgen mache ich mir um dich keine,du wirst das schon wuppen,aber es scheint mir,daß du das alles ganz schön easy nimmst,iwie ein wenig zu leicht.Ich spreche da durchaus aus eigener Erfahrung,habe genug Scheiße produziert.

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