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Aktuellstes Bild: 20.12.2012 |
Vorwort
Für mich war 2012 natürlich ein furchtbar wichtiges Jahr in meiner Selbstfindung. Mein bestandener Führerschein, mein erstes und mein zweites Auto, die Arbeit mit meinen tollen Kollegen bei Kabel Deutschland, das Splash Festival und unser Trip nach Bologna sind natürlich gewesen. Am Wichtigsten aber war definitiv, dass ich durch das Durchstehen massiver Ängste über Monate hinweg schlussendlich gelernt habe, mich so anzunehmen wie ich nunmal bin und auch dazu zu stehen. Nocheinmal danke an Svenja für ihren Blog und an Nicole dafür, dass sie mir mit Ihren Emails sehr geholfen hat in meiner Anfangszeit. Am Meisten aber gilt mein Dank Jenny, die, auch wenn es für sie unmöglich war, weiter mit mir zusammen zu sein, mir sehr viel Mut gemacht hat, meinen Weg zu gehen. Und für eine lange, lange Zeit, in der sie mir ein wenig Glück und Geborgenheit in dieser Welt gegeben hat.
Zwischen Januar und Juli verging viel Zeit. In dieser Zeit merkte ich, dass es einen Namen für das gibt, was meinen Kopf schon sehr sehr lange beschäftigt. Ich las sehr viel über die Möglichkeiten der Behandlung bei Transsexualität, über die Lebensgeschichten anderer Betroffener, darüber, wie das Leben als Transsexuelle nunmal ist. In dieser Zeit begannen die Ängste dich ich seit Jahren immer wieder Mal hatte, wieder an Macht zu gewinnen und es fiel mir immer schwerer, damit umzugehen. Meine Gedanken kreisten fast ausschließlich noch um die Transsexualität und ob ich es tun könnte. Umso öfter ich mir dachte, vor zwei unmöglichen Wegen zu stehen, entweder als Transsexuelle oder weiter mit der Gewissheit, dass etwas mit mir nicht stimmt und es immer schlimmer werden wird, desto stärker wurde das Gefühl, in einer ausweglosen Situation zu sein und ich wurde verzweifelt und begann langsam, in Depressionen abzurutschen, die ich aber noch gut verbergen konnte.
Bei meiner Arbeit spielte ich natürlich weiterhin gute Laune, die menschlichen Kontakte lenkten mich zumindest ein wenig davon ab. Auch meine Freundin sollte nicht allzu viel davon merken, außer das ich nun begann, manchmal in die Leere zu starren und nicht mehr ansprechbar war.
"Neue Bilder" aus dieser Zeit
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20.05.12 |
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21.06.12 |
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30.06.12 |
Ansonsten bestand ich in dieser Zeit meinen Führerschein (nach 2 gescheiterten Anläufen die mich beide zu einem Zusammenbruch brachten) und kaufte mein erstes Auto.
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02.05.12 |
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Mein erstes Auto <3 Seat Ibiza '98, 02.06.12 |
17. Juli - Anfang November
Am 17. Juli gab ich meine Beschäftigung bei Kabel Deutschland auf und hatte nun noch mehr Zeit zum Nachdenken. Dies führte dann dazu, dass meine Depressionen sich noch weiter verschlechterten und meine Verzweifelung mit jedem Tag wuchs. Es konnte gar nicht anders enden, als das meine Freundin nun merkte, wie schlecht es mir ging. Sie wollte nun wissen, warum. Und so kam es, dass sie mir in der Nacht des 02. August dann mit ihrer beharrlichen Art (stundenlanges Fragen^^) mein Geheimnis entlockte. Sie reagierte natürlich sehr geschockt, aber auch recht verständnisvoll und tröstete mich. Es war eine sehr emotionale Nacht und als wir dann um halb 6 schlafen gingen, war es mir natürlich vollkommen aus dem Bewusstsein entflohen, dass ich um 8 einen Termin beim Arbeitsamt hatte.
Es tat gut, dass es nun zumindest bei Ihr raus war. Gleichzeitig hatte ich dadurch aber natürlich weitere Ängste bekommen, so wurde die Trennung erstmals ein ernsthaftes Thema. Dafür half sie mir, zumindest in ganz kleinen Schritten, ein wenig zu leben und konnte mir nun, nachdem sie Bescheid wusste, mehr Verständnis und Trost spenden.
In dieser Zeit war die Verzweifelung dennoch noch sehr, sehr präsent. Oft begann ich beim Autofahren zu rasen mit dem Gedanken, einfach grade aus gegen die Leitplanke zu krachen. Die Raserei wurde mir bei regennasser Fahrbahn dann zum Verhängnis, zwar habe ichs glücklicherweise nicht fertig gebracht, in eine Leitplanke zu rasen, doch verlor ich die Kontrolle über das Fahrzeug, dass sich dann nach einer Kurve um 180 Grad drehte, auf die andere Fahrbahn rutschte und dort mit der Leitplanke kollidierte. Ich rutsche noch einige Meter die Leitplanke entlang.
Dies endete dann damit, dass es von einem Schrotthändler abgeholt wurde:
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29.09.12 |
Es tat mir weh ihn sehen zu gehen, ich mochte den Wagen. Doch ich freute mich natürlich auch über seinen Nachfolger:
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Renault Megane 1.6e '98, 25.09.12 |
Es gab aber auch kleine Momente, in denen ich mich freuen konnte.
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09.09.12 |
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03.10.12 |
Drei Tage nach meinem Umzug kam so beispielsweise schon meine erste neue Unterwäsche, die alte habe ich danach nie wieder angefasst. Ich besorge mir Citalopram gegen meine Ängste und als es besser wurde, konnte ich endlich anfangen, ich selbst zu sein.
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02.11.12 |
Ende Oktober begann ich mit Hormonen und zeitgleich mit meinem neuen Leben, am 05. November outete ich mich dann gegenüber meiner Familie - am 11. November folgte mein öffentliches Outing bei Facebook.
November - 31.12.12
Meine Ängste begannen zu schwinden und im gleichen Maße überkam mich eine Glücklichkeit und Leichtigkeit, von der ich immer geträumt hatte. Ich bin absolut glücklich seitdem und seit ich auch die Veränderungen durch die Hormone (1 Monat, 2 Monate) merke und die IPL begonnen (21.11.) habe. Ich denke Ihr könnt ganz gut und ausführlich in meinem Blog nachlesen, was sich in diesen zwei Monaten getan hat :)
Bisherige Entwicklung mit Hormonen:
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Entwicklung mit Hormonen |
Weitere bisher nicht veröffentliche Fotos:
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16.11.12 |
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24.11.12 |
Die anderen Bilder kennt ihr ja schon :)
Soo, dass war, der Schlaflosigkeit geschuldet, mein sehr ausführlicher Jahresrückblick 2012. Ich hoffe Ihr bleibt mir auch im neuen Jahr treu und wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins Jahr 2013 :)
Bis bald :)
Eure Nina <3